…so hiess uns die Zentrumslehrerin aus Oberhausen, Kelsang Lochog, für einen Wochenendkurs im KMC Sommerswalde willkommen.
Was erwartete mich und ca. 10 andere Teilnehmer? Leerheit.
Leichter gesagt als verstanden. Leichter verstanden als verinnerlicht. Neben mir und anderen länger Praktizierenden, waren auch so einige neue Gesichter von diesem Thema angelockt worden. Beschrieben war der Inhalt des 2-täigen Retreats mit Einführung am Freitag Abend folgendermassen:
Leerheit ist nicht “nichts”, sondern die wahre Natur der Phänomene.
Endgültige Wahrheit, Leerheit und endgültige Natur der Phänomene sind dasselbe.
Es sollte uns klar sein, dass alle unsere Probleme entstehen, weil wir die endgültige Wahrheit nicht realisieren. Der Grund, weshalb wir im Gefängnis Samsaras [ununterbrochene Wiedergeburt ohne Freiheit und Kontrolle oder als die Anhäufungen eines Wesens, das eine solche Wiedergeburt erlangt hat. - Anm. ] bleiben, ist der, dass wir aufgrund unserer Verblendungen weiterhin verunreinigte Handlungen ausführen. Alle unsere Verblendungen sind auf die Unwissenheit des Festhaltens am Selbst zurückzuführen.
Die Unwissenheit des Festhaltens am Selbst ist der Ursprung unserer gesamten Negativität und unserer Probleme, und der einzige Weg, sie zu beseitigen, ist, Leerheit zu realisieren. Leerheit ist nicht einfach zu verstehen: es ist jedoch äußerst wichtig, dass wir uns darum bemühen. Letzen Endes werden unsere Anstrengungen durch die dauerhafte Beendigung von allen Leiden und die immerwährende Glückseligkeit der vollen Erleuchtung belohnt werden.
Der Zweck, Leerheit zu verstehen und über sie zu meditieren, ist, unseren Geist von falschen Vorstellungen und fehlerhaften Erscheinungen zu befreien, damit wir ein vollkommen reines oder erleuchtetes Wesen werden.
In diesem Zusammenhang bezieht sich “falsche Vorstellung” auf den Geist der Unwissenheit des Festhaltens am Selbst, einen begrifflichen Geist, der Objekte als wahrhaft existierend festhält. “Fehlerhafte Erscheinung” bezieht sich auf die Erscheinung von wahrhaft existierenden Objekten. Falsche Vorstellungen sind Behinderungen zur Befreiung und fehlerhafte Erscheinungen sind Behinderungen zur Allwissenheit. Nur ein Buddha hat beide Behinderungen aufgegeben. …
Der Hauptzweck der Meditation über Leerheit besteht darin, beide Arten des Festhaltens am Selbst zu verringern und schließlich zu beseitigen. Das Festhalten am Selbst ist die Quelle all unserer Probleme; das Ausmass unseres Leidens ist direkt proportional zur Intensität unseres Festhalten am Selbst.
Ist zum Beispiel unser Festhalten am Selbst sehr stark ausgeprägt, dann fühlen wir einen intensiven geistigen Schmerz, wenn andere uns necken, selbst wenn es freundschaftlich gemeint ist. Wenn hingegen unser Festhalten am Selbst schwach ist, lachen wir einfach mit. Haben wir einmal unser Festhalten am Selbst zerstört, dann verschwinden all unsere Probleme von allein. Die Meditation über Leerheit ist sehr hilfreich, um Kummer und Sorgen, und sei es nur vorübergehend, zu überwinden.
(Quelle: http://kadampa.org/de/reference/endgueltige-wahrheit-leerheit/ vom 08.05.2011)
Erst einmal scheint das Ganze ziemlich schwer greifbar. Wie jetzt – alles ist nicht nichts jedoch leer von inhärenter Existenz? Was heisst das genau?!?! – aus allen Augen blitzen Fragezeichen auf.
Je mehr man sich jedoch damit beschäftigt, tiiiiief nachdenkt, meditiert und im täglichen Leben versucht anzuwenden, desto näher kommt man der Erkenntnis. Anfangen kann man damit den eigenen Körper zu betrachten. Wie existierter dieser Körper und vor allem? WAS genau ist der Körper??Ehrlich gesagt hatte ich mir vor Buddhismus, vor Kadampa so eine Frage noch nie gestellt, du etwa?!
Siddharte Gautama alias Buddha Shakyamuni hat es vor ewig vielen Jahren. Seht, was in ihm vorging. Er liefert uns ein gutes Beispiel, wie ich finde…
http://www.leerheit.de/
Aber genau das ist der Punkt. Was genau macht den Körper denn aus? Zeige ich auf meinen Arm, so ist es der Arm, aber nicht der Körper – zeige ich auf den Kopf, so ist es der Kopf, jedoch nicht der Körper. Ebenso – suche ich mit Weisheit weiter so entdecke ich sogar, dass der Kopf nichtmal der Kopf ist – denn eigentlich ist er Auge, Ohr, Lippen…und die sind jeweils wiederum nicht….
…und so kommt eines zum anderen. Und damit nicht genug. Eine 2. – noch verwirrendere Stufe wäre nun: WAS und vor allem WO genau ist denn das ICH?!….ich mache mich auf die Suchen und sage euch Bescheid wenn ich angekommen bin…;-)
Derzeitiger stand – noch IMMMER!! – kein ICH gefunden in MIR (…nebenbei gefragt und was ist das MIR dann….tssssss….mir scheint ich habe noch seeehr viel zu lernen und zu verinnerlichen…
Nur ein kleiner Tip, den auch mein Lehrer Ananda, immer wieder gern gibt: Da wir von einem 24 Std Tag nur wenige Stunden (oder auch Minuten) meditieren – hat die sogenannten MEDITATIONSPAUSE eindeutig die meiste Zeit von uns. Das bedeutet – alles, was das LEBEN ist – also arbeiten, schwatzen, einkaufen, auf der Toilette sitzen…sind die wertvollsten Minuten und Stunden des Tages, wo wir die in der Meditation gesetzten Samen erblühen lassen. Also ab auf die Toilette – da hatten schon ganz andere Menschen die tollsten Erkenntnisse!
Hier noch so einige Schnappschüsse vom Wochenendkurs:
http://www.meditation-oberhausen.de/fotogalerie/kmcd-kurs-2011/index.htm